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OMIM: *607402
Gen: IFNL3 (IL28B)
Locus: 19q13.13

IL28B UND
HEPATITIS C PROGNOSE

Hintergrund:
Die chronische Infektion mit dem Hepatitis C-Virus zählt zu den häufigsten Ursachen von Lebererkran-kungen, mit etwa 30.000 bis 45.000 chronisch Infizierten in Österreich. Das Ansprechen auf die „klassi-sche“ Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon-alpha (PEG-IFN-a) und Ribavirin ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von zahlreichen Faktoren (Virus-Genotyp, Viruslast, Begleiterkrankungen...) ab.
In mehreren Studien wurde ein Genmarker (IL28B C>T) identifiziert, der eine Prognose sowohl des un-behandelten Spontanverlaufes als auch eines Therapieerfolges mit PEG-IFN-a und Ribavirin ermöglicht. Personen mit dem CC Genotyp zeigen eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für eine spontane Ausheilung oder einen anhaltenden Therapieerfolg wir solche mit dem TT Genotyp.
Zu beachten ist, dass nach derzeitigem Wissensstand der IL28B Genotyp keine Prognose bei der Therapie mit neuen direkt-antiviralen Substanzen (direct antiviral agent = DAA) erlaubt.

Welche klinische Bedeutung haben IL28B Genotypen?

Gentyp Häufigkeit (Europa) Spontane Ausheilung Anhaltender Therapieerfolg
 (PEG-IFN-a und Ribavirin)
CC 47% 52% - 53% 55% - 80%
CT 43% 29% - 33% 20% - 40%
TT 10% 21% - 31% 20% - 35%



Wann sollte eine Untersuchung auf IL28B C>T durchgeführt werden?

  • Vorhersage des natürlichen Verlaufes einer akuten Hepatitis C Infektion
  • Abschätzung des Therapieerfolges mit PEG-IFN-a und Ribavirin.





  • Weiterführende Links:
  • Guideline der CPIC für PEG-Interferon Therapie und IL28B Genotyp

  • Literatur:
  • Ge D et al. Genetic variation in IL28B predicts hepatitis C treatment-induced viral clearance. Nature 2009;461:399-401.

  • Thomas DL et al. Genetic variation in IL28B and spontaneous clearance of hepatitis C virus. Nature 2009;461:798-801.